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| Mark Twain kann nicht irren. Wo sich einer der größten Reiseschriftsteller vor lauter Begeisterung gleich für Monate einquartierte, werden acuh Sie Ihren Spaß finden. Maler und Dichter der Romantik verewigten Heidelberg in ihren Werken, Philosophen suchten hier Inspiration, ganz zu schweigen von unzähligen Studentengenerationen. Als Mutter der Studentenstädte, wo 1386 die erste Universität Deutschlands gegründet wurde, zog die ehrwürdige Residenz der pfälzischen Kurfürsten seit jeher Bildungsbürger an. Und Gourmets. Denn in Heidelberg versteht man sich auch auf kulinarische Genüsse. | |
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Freitag 15 Uhr - In Heidelberg können Sie sich gut betten. Der „Europäische Hof - Hotel Europa Heidelberg" (Tel. 06221/5150, www.europaeischerhof.com) am Rande der Altstadt ist Domizil der Promis; Churchill und Adenauer haben hier gewohnt, Schwedens König Carl Gustaf und Michael Schumacher. Auf der anderen Seite des Neckars liegt das älteste Gasthaus der Stadt, „Die Hirschgasse" von 1472 (Tel. 06221/45 40, www.hirschgasse.de). Einst trafen sich dort Corps-Studenten, um Mensuren zu fechten. Mark Twain, der hier im Sommer 1878 einkehrte, beschrieb das Szenario in „Bummel durch Europa". Heute übernachten Gäste in Laura-Ashley-Suiten. 16 Uhr - Beginnen Sie Ihren Spaziergang durch die Altstadt beim Tor an der Alten Brücke über den Neckar. Die beiden Pickelhaubentürme dienten einst als Kerker und Wohnung des Brückenwächters. Von hier schlendert man durch die Steingasse mit historischen Hotels und Lokalen auf den Marktplatz. Die gotische Heiliggeistkirche und das Hotel-Restaurant „Zum Ritter" mit seiner reich verzierten Renaissance-Fassade sind die einzigen großen Architekturen Heidelbergs, die von den Zerstörungen während^ des Pfälzischen Erbfolgekrieges (1689-1693) verschont blieben. Mittelalterliche Fresken bilden in der Kirche einen hübschen Kontrast zu den modernen Glasfenstern renommierter Künstler. Am Rathaus von 1701 vorbei geht es zum Kornmarkt, der einen schönen Blick auf das Schloss eröffnet. In den umliegenden Gassen lassen sich barocke Palais bewundern. Auf dem Weg retour über die Hauptstraße, der längsten Fußgängerzone Deutschlands, biegen Sie in die Augustinergasse ein und finden dort ein Kuriosum der Universitätsgeschichte, den Studentenkarzer. Von 1712 bis 1914 verewigten sich Insassen mit kunstvollen Graffiti und gaben den Zellen Namen wie „Villa Trall" und „Palais Royal". Ums Eck hegt das Gebäude der Alten Universität, 1728 fertig gestellt. Gegründet wurde die Heidelberger Uni schon 1386 und ist damit die älteste in Deutschland. Für eine kleine Stärkung können Sie nun über den Heumarkt und die Untere Straße zur Haspelgasse spazieren. |
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17 Uhr - Bill Clinton und Nelson Mandela bekamen einen, wie andere Prominente auch: den „Heidelberger Studentenkuss". Der Praline-Taler ist die Spezialität im ältesten Kaffeehaus, dem 1863 etablierten „Cafe Knösel" (Nr. 20). Nebenan, in der Nr. 16, gibt es ein „Studentenkuss-Haus" mit Souvenirs rund um die Süßigkeit.
20 Uhr - Hier können Sie auf höchstem Niveau dinieren - in doppeltem Sinne: „Schwarz das Restaurant" (Tel. 06221/75 70 30, www.schwarzdasrestaurant.de) residiert 60 Meter hoch im Glaskubus der „Print Media Academy". Das ultramoderne Seminargebäude der Heidelberger Druckmaschinen AG verschafft dem Gast im 12. Stock einen Rundblick über die Altstadt, nach Frankfurt und bis zum Pfälzer Wald. Sterne-Koch Manfred Schwarz serviert regionale und mediterrane Spezialitäten. | |
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Samstag 9 Uhr - Das Schloss ist die größte Attraktion der Stadt. Kommen Sie vor den Besuchermassen. Dann können Sie noch etwas spüren von der Romantik der Anlage, Inspiration für Maler und Dichter. Aus der Ferne fällt kaum auf, dass diesesimposante Gemäuer aus rotem Sandstein zu großen Teilen eine Ruine ist: Spuren der Franzosenangriffe von 1689 und 1693. Im Schlosshof fügen sich die formenreichen Fassaden aus 300 Jahren Bauzeit, beginnend um 1400. Bei einer Führung sehen Sie die Palastsäle und Wirtschaftsgebäude der Kurfürstenresidenz. Andrang herrscht oft vor dem berühmten großen Fass, 1751 erbaut mit einem Volumen von 221726 Litern. In dem Gewölbe können Sie Eisweine der Region verkosten. 11 Uhr - Ausgefallene Läden verführen zur Shopping-Tour. Bei „Obst Brände Liköre" (Hauptstr. 159) gibt es eben diese in großer Vielfalt. Schon die Düfte sind berauschend. Alles kann probiert werden, gezapft aus riesigen Kolben. Bei „Andrea Creations" (Nr. 183) droht Kaufrausch: Modeschmuck aus antikem Glas, Perlmutt, Holz, Hörn und Mineralien macht die Wahl schwer. Kostbare Radierungen, Stiche, Lithografien und Pergamente aus der Zeit von 1450 bis 1870 führt „Bibliographi-cum" (Nr. 194). Auch Antiquitätenläden gibt es viele in der Stadt. Ein Geheimtipp ist „Der andere Laden" (Oberbadgasse 2). Hier finden Sie Schmuck, Bilderrahmen, Silberbesteck, Postkarten, Fotos, Glas und Mode aus den l920ern. 13 Uhr - Nun ist es Zeit, Heidelbergs kulinarisch-rustikale Seite kennenzulernen. Um den „Roten Ochsen" (Hauptstr. 217) kommt man nicht herum. Das Lokal von 1703 ist schon wegen der zahllosen alten Studentenfotos ein Erlebnis -und wegen seines Sauerbratens! 15 Uhr-Weltweit einzigartig ist die Sammlung Prinzhorn (Uniklinik, Voßstr. 2). Das Kunstmuseum umfasst 5000 Werke von Patienten psychiatrischer Anstalten um die Wende zum 20. Jahrhundert. Ausgestellt sind Zeichnungen, Ölbilder, Textiles sowie Holzskulpturen. 19 Uhr - Die „Schlossweinstube" (Tel. 06221/97970) muss keinen Vergleich mit Sterne-Lokalen scheuen. Ein Klassiker des Hauses ist die mit Äpfeln und Kräutern gefüllte „Heidelberger Ente". Bei gutem Wetter kann man auf der Terrasse im Schlosshof sitzen. Eine traditionelle Gourmetadresse ist auch die „Kurfürstenstube" im „Europäischen Hof" (Tel. 06221/515511). Gekocht wird raffiniert mit Akzenten auf deutschfranzösischer Küche. 22 Uhr - Jetzt tut noch ein bisschen Bewegung gut. Am besten in „Maxis Lounge und Club" in der Neu-enheimer Landstr. 5. Die Villa war das Domizil einer kleinen Brauerei. Im Erdgeschoss trifft man sich auf ein Bier oder einen Cocktail, Neckarblick ist inklusive. Zum Tanzen geht es ein Stockwerk tiefer in die Disco. | |
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Sonntag 11 Uhr - Sie können Heidelberg nicht verlassen, ohne auf dem Philosophenweg spazieren gegangen zu sein. Hinter der Theodor-Heuss-Brücke geht es hinauf zum berühmten Wandelpfad. Am Sonnenhang des Heiligenberges sind die Temperaturen vier Grad Celsius höher als im Tal. Es gedeihen Exoten wie Zitrone, Granatapfel und Palmen. Einst flanierten hier Dichter und Denker. Mancher gelangte zu neuen Einsichten, auf jeden Fall aber zur einmaligen Ansicht Heidelbergs mit Neckar, Altstadt, Schloss und Kaiserstuhl. 13 Uhr - Selbst wenn Schwetzingen, zwölf Kilometer westlich von Heidelberg, nicht direkt auf Ihrem Heimweg liegt - fahren Sie trotzdem hin. Es lohnt sich. Als kurfürstliche Sommerresidenz sind das Schloss und der Park eng mit der Geschichte Heidelbergs verbunden. Reizvoll wirkt das Nebeneinander aus streng geometrischen Barockgärten und großzügigem englischen Landschaftspark. Es gibt Architektur-Kleinode zu entdecken wie die Moschee, das Badhaus oder den Perspektivtunnel. Kein Bewunderer hat seine Verehrung für diesen Ort so ergreifend in Worte gefasst wie der französische Philosoph Voltaire. 1778, kurz vor seinem Tod, notierte er: „Ich will, bevor ich sterbe, noch einen Trost genießen: Schwetzingen wiedersehen, dieser Gedanke beherrscht meine ganze Seele." |