
Um gleich zum Wesentlichen zu kommen: Die große Elefanten-Runde auf dem Schloss hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Vor allem für die Dickhäuter. Für deren neues Haus spendeten die großzügigen Gäste exakt 80 000 Euro. „Das ist ein Klasseergebnis", freut sich Heidelbergs Zoo-Direktor Klaus Wünnemann. Der studierte Tierarzt hatte auch nichts unversucht gelassen, um Geld für sein „Lieblingsprojekt" zu sammeln. Der Benefizabend am Donnerstag war bislang der Höhepunkt vielfältigster Aktionen. Immerhin hat der Zoo jetzt 400 000 Euro auf seinem Spendenkonto. Ein stolzes Sümmchen, vor allem wenn noch der städtische Zuschuss von 1,25 Millionen dazu addiert wird. Noch gut eine Million, und der Neubau ist in trockenen Tüchern.
Dass gebaut wird, daran lässt Wünnemann keinen Zweifel, die Frage ist nur, kann all das verwirklicht werden, was -im Sinne der Tiere - wünschenswert wäre? Damit das neue Haus in Sachen Elefantenhaltung Maßstäbe setzten kann, dafür trommelte der Schirmherr des Benefizabends, Hans-Dietrich Genscher. Der Ex-Außenminister ließ sich gerne von FDP-Generalsekretär Dirk Niebel nach Heidelberg drängen, vor allem als er erfuhr, dass Frau Wünnemann eine „Landsmännin" von ihm ist. Beide kommen aus Sachsen-Anhalt. Der fast 80-Jährige Genscher (selbstverständlich im hellgelben Pullunder und gelber Elefantenkrawatte) plauderte vor den 120 Gästen im schönen Ambiente des Königssaal über sich, seine Heimatstadt Halle und seine zunehmenden Ähnlichkeit mit den Dickhäutern, verriet, dass er mit sechs Jahren eigentlich Zoodirektor werden wollte, seinem Schulkameraden dann aber den Vortritt ließ, um den „direkten Weg zum Parteivorsitzenden" einzuschlagen. Doch, er war gut gelaunt und unglaublich präsent der fast 80-Jährige. Und stiftete sogar aus seiner „Elefanten-Sammlung" ein Exponat zur Versteigerung.
Dass er nach seiner Rede wieder nach Siegburg bei Bonn, seinen Wohnort, zurückfuhr, das nahm im niemand krumm. Vorbei war der Abend damit noch nicht, sondern er ging erst richtig los. Mit viel Information über das Elefantenhaus, mit indischen Tänzen der drei feengleichen Wesen des Tanzstudios Stella, mit einem viel beklatschtem Auftritt von CorneliusMeister, Versteigerungen von Elefantenbildern und natürlich einem ganz auf indisch zusammengestellten Menü von der Schlossgastronomie. Den Gästen (unter ihnen auch die Alt-OB Beate Weber, die sich ja immer für das Elefantenhaus stark gemacht hatte) gefiel der Abend ausnehmend gut.
Und auch Oberbürgermeister Eckart Würzner dürfte zufrieden gewesen sein. Nicht nur, weil die Spendenfreudigkeit der Elefantenfreunde die Stadtkasse entlastet, sondern weil er weiß, dass der Zoo mit seinen über 550 000 Besuchern im Jahr an Attraktivität noch zunimmt.
RNZ 10/11.3.2007
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