Eichelmann Weinführer 2007



Spitzenweine gibt es auch in mittleren Jahren



Gerhard Eichelmann hat in seinem Haus in Handschuhsheim in den letzten Monaten wieder tausende deutsche Weine probiert. Auf 766 Seiten präsentierte er gestern auf dem Heidelberger Schloss das Ergebnis: Im „Eichelmann 2007" werden 944 Weingüter und 9756 Weine vorgestellt und bewertet. Im vergangenen Jahr hat sich Eichelmann Hilfe geholt, Wolfgang Faßbender zeichnet in der aktuellen Ausgabe für die Mosel und den Rheingau verantwortlich.
Das reine Vergnügen sei das Verkosten des „mittleren" Jahrgangs 2005 nicht gewesen, er habe viel Mittelmaß und so viele schwache Weine wie nie probiert.
Aber es gebe sehr viele Spitzenweine, nach denen zu suchen sich lohne. In Jahren wie 2005 sehe man schärfer die Unterschiede zwischen den guten Winzern und denen, die nicht sauber arbeiten. Bei der Auswahl der Weingüter legt Eichelmann Wert auf die Qualität der Kollektion, nicht auf einzelne Spitzenweine. „Der Eichelmann" ist in wenigen Jahren zum anerkannten Standardwerk geworden, auch weil der ehemalige Unternehmensberater unabhängig ist, denn er ist weder Winzer noch Händler.
Sein Buch ist eine spannende Lektüre sowohl für Profis als auch für Anfänger. Wenn man sich mit der Sprache Eichelmanns und seiner Art der Weinbeschreibung vertraut gemacht hat, kann das bei der Weinsuche sehr hilfreich sein. Damit man die Winzer und die Weine auch findet, hat Eichelmann alle notwendigen Kontaktdaten und die Öffnungszeiten der Winzer notiert. Dazu gibt es kurze Winzerporträts und einige Anmerkungen zu den Jahrgängen, den Anbaugebieten und Listen der Schnäppchen und der besten Weine.
Die beste Weißwein-Kollektion des Jahres zeigte nach Meinung Eichelmanns das Weingut Josef Leitz aus Rüdesheim im Rheingau. „Seine Weine sind stoffg und elegant, konzentriert und doch filigran, sie vereinen Kraft und Mineralität." Rotwein-Winzer des Jahres ist Bernhard Huber aus Malterdingen im Breisgau. „Ein großer roter Burgunder muss immer auch elegant und fein sein und vor allem gut altern können. Dies gelingt in Deutschland niemandem so gut wie Bernhard Huber. Seine Spätburgunder sind rassig und reintönig, füllig und doch filigran".
Die Auszeichnung für die beste edelsüße Kollektion des Jahres ging an das Weingut Forstmeister Geltz Zilliken in Saarburg an der Saar. „In großen Jahren sind die edelsüßen Rieslinge von der Saar unerreicht. Hans-Joachim Zilliken präsentiert dann eine faszinierende Reihe an filigranen und rassigen Rieslingen bis hin zur Trockenbeerenauslese - und jeder einzelne begeistert."
Aufsteiger des Jahres wurde das Weingut Wagner-Stempel aus Siefersheim in Rheinhessen. „Daniel Wagner hat die vom Porphyr geprägten Weine der Lagen Heerkretz und Höllberg bekannt gemacht mit herrlich kraftvollen und mineralischen Rieslingen, den Aushängeschildern seiner immens starken Kollektion." Zum Wein des Jahres wird ein Gewächs gekürt, das zum einen hohe Qualität bietet, Jahr für Jahr ein klares Profil zeigt und gut altern kann. Eine bessere Wahl als den legendären Riesling Auslese trocken „R" Kallstadter Saumagen des Weinguts Koehler-Rupprecht in Kallstadt kann man da nicht treffen. Dass diese Weine problemlos altern können, bewies Winzer Bernd Philippi mit zwei Weinen, einem 1990er und dem 2001er, der erst im Sommer 2007 in den Verkauf kommt und mit 94 Punkten bewertet ist.
Die drei mit 98 Punkten am höchsten bewerteten Weine im Buch sind zwei Riesling Trockenbeerenauslesen von 2005, von Peter Jakob Kühn (Goldkapsel Oestringer Lenchen) und von Markus Molitor (Niedermenniger Herrenberg) und eine 2005 Rieslaner Trockenbeerenauslese GK Monsheimer Silberberg vom Weingut Klaus Keller. Bester trockener Weißwein mit 95 Punkten ist die 2005 Riesling Spätlese trocken „Alte Reben" Rüdesheimer Berg Rottland vom Weingut Josef Leitz. Bei den Rotweinen erhielt Bernhard Hubers 2004 Spätburgunder „R" Wildenstein mit 94 Punkten die höchste Punktzahl.

RNZ 16.11.2006

Der Weineinkauf kann beginnen. Denn die beiden wichtigsten Orientierungshilfen liegen jetzt in neuer Auflage vor: Der „Gault Millau WeinGuide" und der „Eichelmann". Auch wenn die beiden Führer meist zu unterschiedlichen Urteilen kommen, sind sie sich diesmal in einem Punkt einig: Einer der beeindruckendsten und langlebigsten trockenen Weißweine sei der Kallstadter Saumagen Riesling Auslese „R" trocken vom Weingut Koehler Ruprecht.

Zum „Winzer des Jahres" kürt der Gault Millau Theo Haart. Für Gerhard Eichelmann hat das Weingut Josef Leitz die beste Weißweinkollektion und Bernhard Huber die beste Rotweinkollektion des Jahres vorgelegt.
„Kein anderer Winzer der Mittelmosel ist seit 2000 stärker in die Spitzengruppe vorgestoßen als das Weingut Reinhold Haart — gewissermaßen der Aufsteiger des Jahrzehnts", lobte Armin Diel, zusammen mit Joel Payne Chefredakteur des Gault Millau Wein-Guides bei der Vorstellung des Werks in Mainz.
Der „Aufsteiger des Jahres" kommt mit Rainer Schnaitmann aus Württemberg. Die „Entdeckung des Jahres" haben die Herausgeber in Baden ausgemacht: Hanspeter Ziereisen vom gleichnamigen Weingut in Efringen-Kirchen konnte sich auf Anhieb zwei von fünf Trauben sichern.
Der Ehrentitel „Kollektion des Jahres" geht an die Mittelmosel an das Weingut J.J. Prüm in Bernkastei-Weh-len. „Sommelier des Jahres" wurde einer der besten Botschafter des deutschen Weines: Evangelos Pattas vom Restaurant Delice in Stuttgart. „Dem sympathischen Griechen liegen Riesling, Spätburgunder und Sommelier-Nachwuchs sehr am Herzen" hob Armin Diel hervor.
Andreas Lelke vom Weinhaus Gut Sülz in Königswinter-Oberdollendorf nahm sichtlich überrascht die Ehrung der „Weinkarte des Jahres" entgegen, die Armin Diel zufolge „in Qualität und Preisgestaltung ihresgleichen sucht". Unter den rund 7100 Weinen ist mache Entdeckung zu machen. Der Wein Guide hat weit über 150 Spitzenweine heraus gefiltert, die für wenig Geld viel Trinkvergnügen bereitet. Dass die Bewertungen auch über längere Zeit Bestand haben, zeigt die Verkostung „Zehn Jahre danach", in der die vor einer Dekade getesteten Weine nochmals auf den Prüfstand kommen.
In diesem Jahr ist der Gewinner das Pfälzer Weingut Koehler-Ruprecht mit einem 1996er Kallstadter Saumagen Riesling Auslese trocken „R", der mit 94 Punkten die bislang höchste Bewertung bei trockenen Weißweinen für sich verbuchen konnte. Der Weinführer dient den Lesern auch als touristisches Nachschlagewerk. Er zeigt dem Reisenden nicht nur den Weg zu den Weingütern, sondern auch zu ausgewählten Hotels und Restaurants (Gault Millau WeinGuide Deutschland 2007, Christian Verlag, München, 29 Euro).
„Bei der Auswahl der prämierten Weingüter liegt mein Augenmerk auf der gesamten Kollektion der Weingüter, nicht auf einzelnen Weinen", erläuterte Autor Gerhard Eichelmann bei seinem „Weingipfel im Heidelberger Schloss". Die beste Weißweinkollektion des Jahres hat Eichelmann zufolge das Weingut Josef Leitz aus Rüdesheim im Rheingau vorgelegt. Selbst in dem nicht einfachen Jahrgang 2005 habe Johannes Leitz faszinierende Weine auf die Flasche gebracht. „Seine Weine sind stoffig und elegant, konzentriert und doch filigran, sie vereinen Kraft und Mineralität", so Gerhard Eichelmann in seiner Laudatio.
Die beste Rotweinkollektion des Jahres hatte für Eichelmann das Weingut Bernhard Huber in Malterdingen im Breisgau. Vor allem mit seinen Spätburgundern fand Bernhard Huber in den vergangenen Jahren bundesweit Beachtung. Den bisherigen „Reserve" gibt es nun in drei R-Varianten - Bienenberg, Sommerhalde und Wildenstein (eine besondere Parzelle des Bienenbergs), dazu das Große Gewächs aus dem Hecklinger Schlossberg.
„Ein großer roter Burgunder muss immer auch elegant und fein sein und vor allem gut altern können. Dies gelingt niemandem in Deutschland so gut wie Bernhard Huber. Seine Spätburgunder sind rassig und reintönig, füllig und doch filigran", begründete Gerhard Eichelmann seine Entscheidung. Die Auszeichnung für die beste edelsüße Kollektion des Jahres ging in diesem Jahr an das Weingut Forstmeister Geltz - Zilliken in Saarburg an der Saar. Hans-Joachim Zilliken baut in seinen Weinbergen ausschließlich Riesring an. Der gesamte Ausbau der Weine erfolgt im Holzfass. „Aufsteiger des Jahres" wurde das Weingut Wagner-Stempel aus Siefersheim in Rheinhessen. Beim „Wein des Jahres" fiel Eichelmanns Wahl auf eiden Riesling Auslese trocken „R" Kallstadter Saumagen vom Weingut Koehler-Ruprecht in Kalistadt.
Dass sein Riesling problemlos altert, ja mit den Jahren immer faszinierender wird, bewies Bernd Philippi bei der Präsentation in Schönmehls Schlossweinstube mit zwei Jahrgängen seines Weines (Eichelmann Deutschlands Weine 2007, Mondo Heidelberg, 29,90 Euro).

Allgemein Hotel- und Gastronomie-Zeitung 25.11.2006

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