Kühl war's und doch heiss

Lokalbands ließen beim Open Air niedrige Temperaturen vergessen

Geregnet hat es nicht. Pünktlich zum Beginn des Open Air im Schloss hatte Petrus ein Einsehen und stellte die himmlischen Wassermassen ab. Die herbstlichen Temperaturen aber machten das Musikfest zu einer kühlen Angelegenheit. Da war es ein Glück, dass die Veranstalter genau die richtigen Bands gebucht hatten. "Groove Guerilla" und "Me and the Heavy' tragen schon im Namen das, wonach den meisten der etwa 600 Besucher im Schlosshof war: hitzige und groovige Rhythmen, bei denen die Wärme der Musikfans ganz automatisch von Innen kommt.

Nach etwas schleppendem Beginn tröpfelten die Besucher allmählich in der auch für moderne PopmusikVeranstaltungen sehr geeigneten Kulisse ein. "Die Leute kamen spät, aber da kann man bei dem ungewissen Wetter auch nicht klagen`, sagte die Schloss-Gastronomie-Chefin Andrea Spitznagel. "Und die Bands sind wirklich toll",fügte sie begeistert hinzu. Zu den Disko-Klassikern wie "Stalin' Alive" oder "Kungfu-Fighting" konnten alle mitsingen, und im Rhythmus hat sich auch keiner getäuscht - die Songs von "Me and the Heavy" waren das beste Rezept gegen einen kühlen Sommerabend.

"Vorher waren wir auf einem Fest, da war der Hund begraben", berichtete strahlend Edgar Philipp - sichtlich erfreut über die gute Stimmung. Der Familienvater hatte seinen Sohn Joschua und dessen Freund David mitgebracht. Für die war es nicht nur toll, abends auf dem stilvoll ausgeleuchteten Schlosshof zu toben, sondern auch den Musikern auf die geschickten Finger zu gucken.
"Die Musik ist genau richtig, es ist doch Samstag Abend, oder?", schwärmte Philipp, der sich an die Zeiten erinnert fühlte, als er noch in Dossenheim eine Disko betrieb. Und wann die beiden Jungspunde ins Bett sollten, ließ er ganz offen: "Morgen ist ja Sonntag, da können wir ja nicht hier sitzen und warten, bis morgen ist" sagte er verschlüsselt - und das deutete auf einen langen und aufregenden Abend für die Youngsters hin.

"Let me entertain you" boten derweil "Me and the Heat" ihren Fans an, und die ließen sich nicht zweimal zur Unterhaltung auffordern. Für die verschiedenen Stile, die die Band handwerklich perfekt imitierte, hatte sie auch noch die passenden Sänger mit dabei. So schlüpften sie in die Rolle von Pink, Robbie Williams oder AC/DC - und wenn man die Augen schloss, dachte man für einen Moment, dass sich die Originale im Schlosshof versammelt hätten.

"Bei Me and the Heat kann man nie ruhig stehen", versicherte Alexandra aus Leimen, die mit ihrem Mann Volker und vielen Freundinnen gekommen war. Mit ihren Mädels tanzte sie sich in Stimmung, nachdem sie direkt nach dem frustrierenden DeutschlandSpiel zum Schloss aufgebrochen waren. "Wir bleiben bis zum Schluss", versprach sie in Erwartung weiterer Dance- und Rock-Klassiker. "Das Wetter ist ja nicht so schlimm; immerhin ist es trocken", pflichtete ihr Rebecca aus Altenbach bei, die auch "Groove Guerilla" sehr genossen hat. Und für die, denen es dann doch zu kalt war, spielte als dritte Band ja auch noch "Track 1B" im Fasskeller.


RNZ vom 21.5.2004

Zum Seitenanfang                  Zurück

[Schloss] [Gastronomie] [News&Events] [Pressespiegel] [Retrospektiven] [Shop] [Impressum]
[Seitenverzeichnis]

© 2007 S&S Schlossrestaurations GmbH